Es ist die Frage, an die nahezu alle Menschen im Laufe ihres Lebens stoßen: Was ist der Sinn des Lebens – meines Lebens?
Oft tragen Menschen, die zu mir in eine mediale Beratung kommen, Fragen als leises Gefühl: Gibt es einen Grund, warum ich immer wieder dieselben Hindernisse erlebe? Woher stammt diese Sehnsucht, die sich nicht benennen lässt? Woher kommt diese innere Leere, obwohl mein Leben doch eigentlich gut ist? Oder: Warum ist nicht alles einfacher?
In einer medialen Beratung verbinde ich mich mit der geistigen Welt, um Impulse, neue Perspektiven und Hinweise zu erhalten. Die Botschaften beziehen sich meist auf die konkrete Lebenssituation der jeweiligen Person – und gehen darüber hinaus: Es sind zumeist Ahnungen über tiefere Zusammenhängen. Zum Sinn der jeweiligen Situation aus seelischer Sicht.
Gibt es ihn also, den tieferen Sinn des Seins? Ich glaube: Ja. In meiner medialen Arbeit erhalte ich immer wieder Hinweise darauf, dass jeder Mensch so etwas wie eine seelische Aufgabe mit sich trägt – eine Richtung, ein Potenzial, eine Art inneren Kompass. Nicht als vorbestimmtes Schicksal, nicht als unabänderliche Erfahrung. Eher als eine leise Einladung, der man folgen kann. Wenn man sich dafür öffnet.
Die Eichel in uns – James Hillmans Gedanke
Der Jungianische Psychologe James Hillman hat in seinem Buch Charakter und Bestimmung einen Gedanken formuliert, der sich mit dem, was ich in meiner medialen Arbeit immer wieder erlebe, in vielem deckt: die sogenannte Eicheltheorie. Seine These lautet, dass jeder Mensch so etwas wie ein inneres Bild in sich trägt – ähnlich wie eine Eichel bereits das vollständige Muster der Eiche in sich enthält, lange bevor sie sichtbar wird.
Hillmans zentrales Bild: So wie eine Eichel das Muster einer Eiche in sich trägt, trägt jeder Mensch ein inneres Bild dessen, was er werden könnte. Auch wenn bei der Geburt die seelische Bestimmung vergessen wird, begleitet uns eine innere Führungsstimme, die uns immer wieder auf unsere Bestimmung aufmerksam machen will. Hillman bezeichnet diese Führung – in Anlehnung an die Griechen – als “Daimon”. Die Römer nannten sie Genius, die Christen Schutzengel, in der medialen Welt ist oft von einem Geistführer die Rede – es sind verschiedene Begriffe für dasselbe Phänomen: eine Kraft, die uns – vielleicht über innere Impulse, Schicksalsschläge, glückliche Zufälle – zu dem führen will, was in uns angelegt ist. Zu unserem tieferen Sinn.
Was Hillman dabei ebenfalls betont, ist, dass es sich dabei nicht um ein starres Schicksal handelt. Das Leben ist nicht vorherbestimmt im Sinne eines Determinismus. Es gibt Wahlmöglichkeiten, Zufälle, Andeutungen und falsche Wege. Ich bin der Meinung, dass es im Leben nicht darum geht, ein festes, vorab definiertes Ziel zu erreichen, sondern eher, eine seelische Bewegungsrichtung einzuschlagen. Der Daimon deutet die Richtung an – aber ob und wie wir ihm folgen, bleibt uns überlassen.
Hindernisse als Richtungsgeber
In meinen medialen Beratungen erlebe ich immer wieder etwas, das Hillman als Daimon bezeichnet. Oft zeigt die geistige Welt, dass es gerade die Hindernisse sind, die auf den seelischen Weg weisen können.
Türen, die sich schließen, Krankheiten, die einen vom geplanten Vorhaben mit aller Deutlichkeit abbringen, plötzliche Schicksalschläge, frustrierende Sackgassen: Aus menschlicher Sicht kann all dies großes Leid bedeuten, sich nach einer schicksalhaften Bestrafung anfühlen. Und doch glaube ich, dass wir darauf vertrauen dürfen, dass es eine tiefere Ebene gibt, aus der heraus dies einen Sinn trägt. Wenn auch man sehr vorsichtig sein muss, diese Ebene vorschnell erkennen und erklären zu wollen. Ganz im Sinne – stell dich nicht so an, es wird schon für was gut sein. Uns Menschen steht es nicht zu, das Leid, den Schmerz und die Trauer eines anderen von außen mit Sinn zu belegen und ihm damit – wenn auch ungewollt – die Berechtigung für seine Gefühle abzusprechen.
Doch gerade für das eigene Erleben kann es eine Quelle von Ermutigung und Trost sein, in manchen Momenten zu erahnen, dass man auf einer tiefen Ebene dem Leben immer vertrauen darf. Gerade in seinem Schicksal.
Der Ruf des Daimon macht sich bei jedem Menschen individuell auf andere Art bemerkbar.
In meinen medialen Beratungen zeigt er sich oft durch emotionale, körperlich oder psychische Probleme, durch Schicksalsschläge oder durch eine unerklärliche Leere. Hinter Antriebslosigkeit und dem Verlust von Lebensfreude steckt oft ein ungelebtes Potenzial, das nach Ausdruck sucht. Eine kreative Kraft, die bisher unterdrückt wurde. Blockaden oder Stagnation auf dem beruflichen Weg zeigen sich manchmal als Ruf nach einem anderen Weg, den die Seele in der Tiefe längst kennt, doch wofür auf der rationalen Ebene bisher der Mut fehlte. Manchmal deuten bestimmte Krankheiten auf Groll, der in die Tiefe auf eine Person getragen wird – was durch Vergebung zu innerem Frieden verkehrt werden möchte.
Was von außen wie ein Hindernis wirkt, kann aus einer anderen Perspektive ein Hinweis sein – auf einen seelischen Aspekt, der nach Ausdruck strebt.
Das bedeutet nicht, dass Schmerz schönzureden ist. Oder dass jedes Leid einem höheren Plan folgt, den man klaglos hinnehmen soll. Schmerz möchte gefühlt, Tränen geweint werden.
Doch vielleicht kann ich es wagen, trotz Schmerz, Verlust oder Frustration auf das Leben zu vertrauen. In der hoffnungsvollen Ahnung, dass wir seelisch geführt sind.
Seelische Aufgabe – was ich darunter verstehe
Ich verwende den Begriff "seelische Aufgabe" oder “seelischer Plan” bewusst vorsichtig. Für mich bedeutet es kein festgelegtes Programm, das ein Mensch abarbeiten muss. Und kein definierter Weg, den es nur noch zu finden gilt. Ich verstehe darunter eher eine Bewegungsrichtung, in die jemand wächst, wenn er sich von seinem inneren Ruf leiten lässt.
Dieser Ruf zeigt sich selten als klare Anweisung. Sondern als leise Ahnung. Als Impuls, Inspiration, Richtung.
Die rückblickende Perspektive
Was mich immer wieder berührt: Auch Verstorbene sprechen in Jenseitskontakten manchmal von dieser seelischen Ebene. Jetzt, aus ihrer höheren Perspektive heraus, erkennen sie, wozu manche Schicksalschläge gut waren, die sie zu Lebzeiten erleiden mussten. Manchmal trägt sogar der eigene Tod eine tiefe Bedeutung, weil durch seine Umstände oder den Todeszeitpunkt eine wichtige seelische Erfahrung ermöglicht würde. Diese Perspektive, die im Tod möglich zu werden scheint, ist für die Hinterbliebenen oft sehr wertvoll.
Was eine mediale Beratung sichtbar machen kann
Wenn Sie das Gefühl haben, dass in Ihrem Leben etwas auf Sie wartet, was sie nicht benennen können, wenn Ihnen die Richtung fehlt oder Sie wiederkehrende Herausforderungen in Ihrem Leben nicht verstehen können, dann kann eine mediale Beratung ein sinnvoller nächster Schritt sein.
Im ersten Teil der Sitzung lese ich Ihr Energiefeld: Was zeigt sich, was möchte gesehen werden? Welche Anteile, Potenziale und innere Themen möchten zu Ihnen sprechen? Im weiteren Verlauf der Sitzung öffne ich mich für die geistige Welt, um Impulse und Botschaften zu empfangen. Das Ziel ist nicht die eine fertige Antwort – sondern eine begründete Ahnung über den tieferen Sinn Ihres Seins.
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