Als Jenseitsmedium stehe ich täglich mit Verstorbenen in Kontakt. Sie teilen Erinnerungen aus ihrem Leben, teilen Erkenntnisse, die sie rückblickend über ihr Leben gewonnen haben und übermitteln liebevolle Botschaften an ihre Hinterbliebenen. Immer wieder nehmen sie mich in den Jenseitskontakten mit auf ihre letzte Reise – und zeigen mir, wie sich der Tod für sie dargestellt hat, wie er sich angefühlt hat, was sie gesehen und erlebt haben.
Jede Erfahrung ist individuell. Und doch ähneln sich viele Erzählungen, von bestimmten Phänomenen wird immer wieder berichtet. Ich als Medium erlebe diese besonderen Momente, wenn mich Verstorbene in den Übergang mitnehmen, immer wieder als Wunder.
Dabei ist mir wichtig zu sagen: Ich bin überzeugt, dass wir Menschen mit unserer natürlichen Begrenztheit unseres Denkens die geistige Dimension niemals wirklich erfassen werden. Verstorbene können uns nur das mitteilen, was unser Gehirn wahrnehmen und übersetzen kann. Ich verstehe ihre Erzählungen und Bilder daher eher als eine symbolische Annäherung an den Tod – und als ein Versuch, eine für uns Menschen unvorstellbare Erfahrung erahnbar zu machen.
Jenseitskontakt vor Ort in München oder online
Hinzu kommt: Jedes Medium nimmt die Bilder und Erzählungen der Verstorbenen durch die eigene Prägungen, Vorstellungen und die unterschiedlich ausgeprägten Hellsinne wahr. Auch als Medium gelangt man daher nie an eine objektive Wahrheit. Was bleibt, sind Ahnungen – Ahnungen darüber, wie sich der Tod wohl anfühlen mag und wie der Übergang vorzustellen ist – und was danach kommt.
Hier teile ich einige dieser Ahnungen.
Von den Vorausgegangenen abgeholt
Was mir in Jenseitskontakten immer wieder begegnet: Verstorbene zeigen mir, dass sie im Moment des Todes von Menschen abgeholt wurden, die bereits vor ihnen gestorben waren und zu denen eine enge Bindung bestand. Oft sind es die Eltern, Geschwister oder Lebenspartner. Manche Menschen konnten die Anwesenheit dieser Verstorbenen bereits Tage vor ihrem Tod wahrnehmen – was sie mit großer Ruhe und Zuversicht erfüllte. Doch nicht immer sind es verstorbene Menschen, die die Sterbenden abholen. Immer wieder zeigen mir die Verstorbenen Bilder von Engelwesen, durch deren weißes oder goldenes Licht sich der Übergang friedlich und beseelt darstellte.
Ein Beispiel aus meiner Arbeit: Die verstorbene Oma meiner Klientin zeigte mir, dass sie von ihrer Enkelin abgeholt worden war – einer jungen Frau, die mit etwa 30 Jahren verstorben war. Die Oma war an Altersschwäche in ihrem Schlafzimmer gestorben und schon Tage zuvor, als ihre Lebenskraft zu schwinden begann, hatte sie die Enkelin schemenhaft neben ihrem Bett wahrnehmen können. Meine Klientin bestätigte beides: dass eine Enkelin tatsächlich mit Anfang 30 gestorben war – und dass die Oma, schon kaum mehr in der Lage zu sprechen, schwer verständliche Andeutungen zu diesen Wahrnehmungen gemacht hatte.
Ein anderes Mal zeigte mir ein Vater im Jenseitskontakt, dass er in seinen letzten Wochen im Krankenhaus, bereits sehr schwach, von seiner verstorbenen Mutter begleitet und schließlich abgeholt worden war. Die Klientin erzählte mir daraufhin, dass die Pflegerin ihres Vaters in dieser Zeit immer wieder von einer Frau geträumt hatte, die sie genau beschreiben konnte. Die Klientin bekam einen Verdacht, suchte alte Familienfotos heraus – und erkannte in der Beschreibung der Pflegerin die Mutter ihres Vaters.
Ein Tunnel aus Licht
Viele Verstorbene zeigen mir im Zusammenhang mit ihrem Tod ein fast unbeschreibliches Licht. Manche zeigen es weiß, manche golden. Was die Erzählungen eint, ist das Gefühl von tiefstem Staunen. Niemand, der den Tod auf diese Weise beschreibt, berichtet von Angst. Ganz im Gegenteil: In dem Moment, in dem sich dieses nie zuvor erlebte Licht vor ihnen öffnet, werden viele von einem tiefen Frieden erfasst – und von einer Verheißung, die sich mit Worten kaum fassen lässt.
Ein Mann, der aufgrund schmerzhafter Kindheitserfahrungen einen großen Teil seines Lebens von seinen Gefühlen getrennt gelebt hatte, zeigte sich im Jenseitskontakt zur Überraschung seiner Freundin als weise und ruhig. Er hatte sich zeitlebens in Karriere und Aktivität geflüchtet – und seine innere Wahrheit nicht fühlen können. Im Laufe des Kontakts zeigte er mir, dass sich ihm in seinem Tod, der sehr plötzlich eingetreten war, ein Tunnel aus gleißendem, wunderschönen Licht geöffnet hatte. Keine Angst, kein Widerstand, nur Neugier – und Ergriffenheit. Er ließ mich diese Erfahrung nachfühlen, soweit das für mich als Mensch möglich ist. Es war unbeschreiblich. Durch diese Erfahrung gelangte er nicht nur zu sich selbst und seinen Gefühlen zurück, sondern auch zu einer tiefen Erkenntnis über das Wesen des Seins – seine Weisheit.
Die Konfrontation mit der Wahrheit
Auch wenn der Übergang selbst von den allermeisten Verstorbenen als friedvoll, begleitet und schön erlebt wird, berichten manche, dass unmittelbar danach eine innere Herausforderung auf sie wartete. Der Tod scheint uns zu unserer seelischen Wahrheit zurückzubringen – zu unseren Gefühlen, zu unserem eigentlichen Sein. Und je nachdem, wie stark man mit dieser Wahrheit zu Lebzeiten verbunden war oder wie sehr man von ihr abgeschnitten lebte, kann diese Konfrontation durchaus fordernd sein. Was nicht verwundert, wenn man bedenkt, wie viele Wege wir Menschen kennen, unserer Wahrheit auszuweichen.
Es kann schmerzhaft sein, so zeigen es viele Verstorbene, erkennen zu müssen, wie blind man für sich selbst gewesen war und wie oft man sein Sein verraten hat. Erst im Rückblick zu verstehen, um was es wirklich gegangen wäre und was zählt – die Verbindung und Liebe zu sich selbst und zu Anderen, so übermitteln viele Verstorbene – und nach welchen Werten man stattdessen gelebt hat.
Doch all die Verirrungen und Fehler scheinen zum Sein dazuzugehören. Denn ich bin überzeugt: Die seelische Entwicklung hört nach dem Tod nicht auf. Die Konfrontation mit der eigenen Wahrheit ermöglicht es, Erkenntnisse über sich selbst zu gewinnen, zu bereuen, dankbar zu sein und das Leben in der Tiefe zu fühlen – rückblickend, in einer Klarheit, die zu Lebzeiten vielleicht nicht möglich war. Um daran zu wachsen.
Nicht immer sind es große Vergehen, die sich in dieser Konfrontation herauskristallisieren. Manchmal ist es subtiler. Ein verstorbener Ehemann etwa, der sich nach gesellschaftlichen Maßstäben nichts hatte zuschulden kommen lassen, erkannte nach seinem Tod, dass er die falschen Prioritäten gesetzt hatte. Anstatt sich der Beziehung zu seiner Frau wirklich zu stellen – was bedeutet hätte, sich darüber selbst zu begegnen – war er in die Arbeit geflüchtet. Eine große Karriere, eine Ehe, die nach außen gut funktionierte. Und doch: Im Nachhinein sah er, wie viel Potenzial zu tiefer Verbindung ungenutzt geblieben war. Wie sehr er dem ausgewichen war. Und dass er damit eine Erfahrung verpasst hatte, für die er – so empfand er es jetzt – eigentlich auf der Welt gewesen war: die Erfahrung echter Begegnung.
Innere Prozesse und Lebenserkenntnis
Die Konfrontation mit der eigenen Wahrheit geht oft mit großer Erkenntnis einher. Worum geht es im Leben? Welche Werte sind wirklich wichtig? Welche Bedeutung haben Scheitern, Verlust und Schmerz für die seelische Entwicklung? Was habe ich verpasst, und wo habe ich anderen Menschen Schmerz zugefügt? War es Tragik – oder viel mehr notwendiges Schicksal für meinen seelischen Lebensweg? Nach dem Tod erscheint vieles in einem anderen Licht.
Verstorbene sind so unterschiedlich wie die Lebenden. Manche benötigen Jahrzehnte nach dem Tod, bis sie sich etwa ihrer Schuld stellen und sich bei den Hinterbliebenen entschuldigen wollen und können. Andere gelangen allein durch die Erfahrung des Todes und das Licht des Übergangs zu bemerkenswerter Weisheit. Die Geschwindigkeit ist unterschiedlich – doch ich bin als Medium immer wieder zutiefst ergriffen davon, zu fühlen, wie ehrlich und klar sich die Verstorbenen mit sich selbst und ihrer Geschichte auseinandersetzen. Was einer der vielen Gründe ist, weswegen ich eine große Achtung vor den Verstorbenen habe.
Wenn wir wüssten
Auch wenn ich – wie zu Beginn gesagt – davon ausgehe, dass die Erzählungen und Bilder der Verstorbenen symbolisch zu verstehen sind oder als vage Ahnung: Ich fühle eine tiefe Überzeugung, dass der Tod nichts ist, vor dem wir uns fürchten müssen. Auch wenn die Zeit davor genutzt werden will, seiner Wahrheit schon zu Lebzeiten möglichst nahe zu kommen und nach ihr zu leben.
Der Tod. Vielleicht wird er – ein großes Staunen.