Es gibt wenige Bereiche, in denen die Qualitätsunterschiede so groß sind – und gleichzeitig so schwer zu erkennen – wie in der Medialität. Wer zum ersten Mal überlegt, einen Jenseitskontakt zu buchen, steht vor einer echten Orientierungsaufgabe: Wie unterscheide ich jemanden, der ernsthaft, ethisch und auf handwerklich hohem Niveau arbeitet, von jemandem, der womöglich unbedacht mit schweren Themen wie Verlust, Trauer und Trauma umgeht und damit keinen sicheren Raum halten kann?
Ein Jenseitskontakt ist oft eine sehr emotionale Erfahrung für den Hinterbliebenen – daher ist es neben den rein medialen Fähigkeiten besonders wichtig, dass das Medium feinfühlig, empathisch und in sich selbst fest verankert ist. Nur so ist sichergestellt, dass die Erfahrung in jedem Fall zu einer schönen wird – die im besten Falle dabei hilft, festsitzende Trauer ins Fließen zu bringen, mögliche Konflikte oder offene Fragen zu lösen, und vor allem: das Gefühl von Liebe, Hoffnung und Trost zu ermöglichen. Viele Klienten sagen mir später, dass der Jenseitskontakt zu einer der schönsten Erfahrungen zählte, die sie je hatten – und dass sie darüber zu einer Hoffnung gelangen, die sich schwer in Worte fassen lässt. Ich kann daher jeden nur ermutigen, sich auf das Abenteuer eines Jenseitskontakts einzulassen, und gebe hier ein paar Kriterien an die Hand, die dabei helfen können, das richtige Medium zu finden.
Ein seriöses Medium arbeitet ohne Vorwissen
Das ist das wichtigste Kriterium – und gleichzeitig das, das am leichtesten zu prüfen ist.
Der hohe britische Standard, nach dem viele seriöse Medien ausgebildet werden und arbeiten, ist evidenzbasiert. Das bedeutet: Im ersten Teil des Jenseitskontakts erfolgt die Beweisführung. Das Medium übermittelt konkrete Details von der verstorbenen Person – Details, die das Medium selbst nicht wissen konnte und anhand derer Sie die Person eindeutig erkennen können. Damit eine gute Beweisführung gelingen kann, darf das Medium im Vorfeld nichts über Sie wissen – und vor allem nichts über die verstorbene Person.
Vor einer Sitzung sollten Sie daher keinerlei Informationen nennen müssen. Keine Todesumstände, keine Charakterzüge, keine Hobbies. Ein seriöses Medium wird Sie nie darum bitten – weil es diese Informationen nicht braucht, um gut arbeiten zu können.
Ein seriöses Medium liefert eindeutige Beweise
Vage Aussagen sind kein Beweis. „Ihre Oma liebt Sie", „sie war freundlich" oder „ich sehe sie mit einer Kochschürze in der Küche" – das ist kein klares Erkennungsmerkmal, denn dies trifft auf nahezu jede Oma zu.
Ein seriöses Medium hat den Anspruch, ganz spezifische Details zu nennen, die exakt auf diese eine Person zutreffen. Das kann eine fein nuancierte Charakterbeschreibung sein, eine Beschreibung des Wohnorts, Angaben zu Kindern und wie die Person zu ihnen stand. Es kann der Beruf sein, die Hobbys, die Lieblingsspeise, ein bestimmtes Auto, eine gemeinsame Erinnerung. Ein klassischer Beweis sind Todesursache und Todesumstände.
Und doch gilt: Dieser Vorgang ist nicht vollständig kontrollierbar. Das Medium öffnet sich für die Bilder und Botschaften der verstorbenen Person – aber letztlich obliegt es dem Verstorbenen, zu entscheiden, was er mitteilen möchte. In Ausnahmefällen kann es etwa sein, dass ein Verstorbener nicht über seine Todesumstände sprechen möchte – etwa, wenn Scham im Spiel ist. Doch auch in so einem Fall wird die Person andere eindeutige Beweise liefern, um sich klar erkennen zu geben.
Mindestens 80% der genannten Details sollten Sie eindeutig erkennen und bestätigen können. Manches klärt sich erst im Nachhinein – durch Rückfragen bei Angehörigen oder weil sich die wahre Bedeutung einer Aussage oder eines Bildes erst später erschließt. Entscheidend aber ist, dass Sie bereits während des Kontakts genug Beweise erhalten, um die Person zweifelsfrei zu erkennen.
Ein seriöses Medium weiß um seine Grenzen
Medialität ist kein Allheilmittel. Ein Jenseitskontakt kann ein wichtiger Teil eines Heilungs- und Trauerprozesses sein. Ich erlebe es in meiner Praxis oft, dass durch einen Jenseitskontakt erstarrte Trauer endlich ins Fließen kommt, dass sich Schuldgefühle auflösen oder mit der verstorbenen Person offene Fragen geklärt werden können – und sich damit endlich innerer Frieden einstellen kann. Oft schenkt ein Jenseitskontakt Menschen Trost, Hoffnung und Sinn.
Und dennoch: Ein Medium ersetzt keine Psychotherapeutin, keine Ärztin und keine professionelle Trauerbegleitung. Gerade bei schweren Traumata kann ein Psychotherapeut den Prozess gut und sicher begleiten. Die Sitzung bei einem Medium kann nur den Anstoß geben und die Ermutigung darstellen, sich in den inneren Prozess zu begeben. Ein seriöses Medium weiß um diese Grenze und klärt seine Klienten darüber auf. Es wird Sie an andere Fachbereiche verweisen, wenn es der Überzeugung ist, dass Sie dort besser aufgehoben sind.
Ein Medium kann keine Heilsversprechen machen und keine Zukunft voraussagen.
Auch darf ein Jenseitskontakt nicht in Abhängigkeit führen. Ein seriöses Medium achtet sehr genau darauf, ob ein Jenseitskontakt der Heilung dient. Daher würde es nicht unterstützen, für einen Klienten in engen zeitlichen Abständen den Kontakt zur selben verstorbenen Person herzustellen. Das würde dem Trauerprozess nicht dienen – im Gegenteil: Es würde dazu führen, dass jemand dem eigenen inneren Prozess ausweicht, anstatt ihm zu begegnen.
Ein seriöses Medium gibt keine falschen Versprechen
Die Arbeit mit den Verstorbenen und der geistigen Welt ist nicht zu kontrollieren. Ein Medium kann sich nur öffnen und für die Verbindung zur Verfügung stellen, doch keine Ergebnisse erzwingen. Ein seriöses Medium respektiert diese Grenze.
Ein seriöses Medium kann daher nicht garantieren, dass sich eine bestimmte Person zeigen wird. Auch Verstorbene haben ihren freien Willen – und die geistige Welt weiß am besten, was an der Reihe ist. Manchmal bedeutet das, dass jemand anderes erscheint als erwartet, oder dass eine erhoffte Botschaft ausbleibt.
Ebenso kann ein Medium keine bestimmten Informationen erzwingen. Die Verstorbenen erzählen das, was sie teilen möchten – nicht mehr und nicht weniger. Ein seriöses Medium stellt auch grundsätzlich keine Fragen zu Erbschaftsstreitigkeiten oder juristischen Belangen. Die Möglichkeit, Kontakt zu Verstorbenen aufzunehmen, ist ein großes Geschenk für Hinterbliebene – und sollte nicht für weltliche Angelegenheiten missbraucht werden.
Ein seriöses Medium bietet eine Geld-zurück-Garantie
Echte Medialität ist kein kontrollierbarer Vorgang. Auch bei sorgfältiger Arbeit und innerer Vorbereitung des Mediums kann es – wenn auch selten – vorkommen, dass kein Kontakt zustande kommt.
In diesem Fall erstattet ein seriöses Medium den Betrag vollständig zurück – als Selbstverständlichkeit.
Eine letzte Bemerkung
Neben den oben erwähnten handfesten Kriterien gibt es noch etwas, das sich schwerer in feste Kategorien fassen lässt – und das mindestens genauso entscheidend ist: Medialität ist hochindividuell, und jedes Medium bringt seine ganz eigene Arbeitsweise und Persönlichkeit mit. Nicht jedes Medium passt zu jedem Menschen gleichermaßen gut.
Ein Jenseitskontakt ist wie ein Gespräch zwischen drei Personen – das umso besser wird, je mehr Vertrauen und Resonanz zwischen allen Beteiligten besteht. Achten Sie deshalb nicht nur auf die sachlichen Kriterien, sondern auch auf Ihr Gefühl: Welches Medium spricht Sie an? Wem vertrauen Sie intuitiv?
Beides zählt.