Vor dem ersten Jenseitskontakt stellen sich oft viele Fragen: Was erwartet mich eigentlich? Was passiert in dieser Sitzung, wie läuft so ein Kontakt ab? Muss ich mich vorbereiten?
Ich beschreibe hier im Detail, wie ein Jenseitskontakt abläuft – und da jedes Medium auf seine ganz eigene Weise arbeitet, gehe ich im Speziellen auch darauf ein, was mich als Medium ausmacht und worin sich meine Arbeitsweise von anderen unterscheidet.
Vorgespräch
Bevor der eigentliche Jenseitskontakt beginnt, führe ich mit meinen Klientinnen und Klienten immer ein kurzes Vorgespräch, in dem ich meine Arbeitsweise erkläre und alle Fragen beantworte. Viele Menschen wollen zuallererst wissen, wie ich die Verstorbenen wahrnehme und wie ich mit ihnen kommuniziere.
Mediale Kommunikation funktioniert nicht wie ein Telefongespräch, es gibt also keine direkte sprachliche Verbindung. Als Medium verfügt man über fein ausgeprägte Sinne, sogenannte Hellsinne, über die man mit den Verstorbenen in Kontakt treten kann.
Zu den Hellsinnen zählen Hellfühlen, Hellhören, Hellsehen, Hellwissen, Hellriechen und Hellschmecken. Bei jedem Medium sind die Hellsinne unterschiedlich stark ausgeprägt. Meine besondere Gabe liegt im Hellfühlen: Ich nehme die emotionale Welt eines Menschen in feinen Nuancen wahr und fühle tief, wie er war. Charaktereigenschaften, Stimmungen, Humor, Lebensphilosophie – das ist oft auch das Erste, was sich zeigt, und für viele Klientinnen und Klienten das Berührendste.
Beim Vorgespräch und auch schon bei der Terminvereinbarung ist es wichtig, dass Sie mir keine Informationen über die verstorbene Person nennen. Keine Namen, keine Todesumstände, kein Alter, kein Verhältnis zur verstorbenen Person oder andere Details oder Anliegen.
Denn nur wenn ich nichts über die verstorbene Person weiß, kann sie mir später im Kontakt Beweise übermitteln, die ich nicht wissen konnte – und anhand derer Sie die Person eindeutig erkennen können. Ein seriöser Jenseitskontakt funktioniert ausschließlich ohne Vorwissen.
Erste Kontaktaufnahme zur verstorbenen Person
Wenn all Ihre Fragen geklärt wurden, öffne ich mich für die Verbindung mit der geistigen Welt. Das bedeutet, dass ich die Aufmerksamkeit auf meine Hellsinne richte, sodass ich die verstorbene Person wahrnehmen kann. Anders, als es bei Trancemedien der Fall wäre oder wie es vielleicht im Fernsehen gezeigt wurde, bleibe ich während des gesamten Jenseitskontakts bei meinem klaren Bewusstsein und bin jederzeit ansprechbar.
Da ich der Überzeugung bin, dass die geistige Welt am besten weiß, durch welchen Kontakt die größtmögliche Heilung, Trost oder Bestärkung zu ihnen kommen kann, rufe ich keine bestimmte Person, sondern vertraue darauf, dass die richtige Person zu Ihnen kommen wird.
Meiner Erfahrung nach zeigen sich die Verstorbenen, die Ihnen in diesem Moment am nächsten sind: weil eine tiefe emotionale Verbindung zwischen Ihnen beiden besteht, weil sie sich dringend für etwas entschuldigen möchten oder weil sie Ihnen einen wichtigen Ratschlag für eine ganz konkrete Lebenssituation geben möchten. Manchmal erscheint jemand, den man im ersten Moment gar nicht erwartet hätte – doch im Laufe des Kontakts wird klar werden, was der Grund dafür ist.
Nachdem ich mich geöffnet habe, nehme ich die Anwesenheit einer verstorbenen Person über ihre Energie wahr. Zu Beginn des Kontakts ist die Verbindung noch lose, es fühlt sich an, als ob die Person noch einige Meter weit weg wäre. Dementsprechend sind die ersten Wahrnehmungen noch grob: männlich oder weiblich, meist auch schon der Beziehungsgrad oder das Verhältnis, erste Charakterzüge. Dann findet eine Abgleichung zwischen uns beiden statt – man kann es sich so vorstellen, als würden wir uns auf eine Frequenz einigen, auf der wir miteinander kommunizieren wollen. Je enger die Verbindung dabei wird, desto klarer wird meine Wahrnehmung, bis ich schließlich neben der detaillierten Charakterzüge die ersten Bilder empfange, die mir der Verstorbene übermittelt. Dann kann der eigentliche Kontakt beginnen.
Beweise und Lebenserzählung
Bei einem evidenzbasierten Jenseitskontakt nach dem hohen britischen Standard, nach dem ich arbeite, ist es wichtig, dass die verstorbene Person im Laufe des Kontakts eindeutige Beweise liefert, damit Sie die Person zweifelsfrei erkennen können. Charakter und Wesen, konkrete Begebenheiten aus ihrem Leben, Hobbys, Beruf, bedeutsame Erinnerungen, Todesumstände, Lieblingsessen – die Verstorbenen wissen, wie sie sich kenntlich machen können.
Mindestens 80% der genannten Beweise sollten für Sie eindeutig erkennbar sein, damit der Kontakt als gelungen gilt. Manches erschließt sich erst im Nachhinein, etwa durch Rückfragen bei Angehörigen. Wichtig ist, dass Sie während der Sitzung zweifelsfrei wissen, wer gerade zu Ihnen spricht.
Für eine überzeugende Beweisführung gehen manche Medien einen festen Interviewleitfaden mit den Verstorbenen durch und fragen gezielt nach bestimmten Erkennungsmerkmalen. Auch ich sehe die Beweisführung als zentralen Bestandteil für einen gelungenen Jenseitskontakt an, jedoch ist es mir wichtig, den Verstorbenen die Freiheit zu geben, ihr Leben so zu erzählen, wie es ihnen wichtig ist. Das bedeutet, dass ich der verstorbenen Person Raum gebe, frei zu sprechen – über gemeinsame Erinnerungen, Lebensphilosophie, was sie bewegt hat, was sie gelernt hat. In den allermeisten Fällen finden sich in ihren Erzählungen zahlreiche Beweise – etwa, wenn sie von ihrem Familienleben erzählen, aus ihrem beruflichen Alltag, von der letzten Phase ihres Lebens. Nur wenn ich das Gefühl habe, dass die Beweise noch nicht ausreichend oder nicht konkret genug waren, frage auch ich gezielt nach.
Ich habe mich bewusst dazu entschieden, den Kontakt zu den Verstorbenen so frei zu gestalten, da ich immer wieder spüre, dass die Verstorbenen meist ein ganz konkretes Anliegen haben oder etwas, was sie ihren Hinterbliebenen unbedingt mitteilen möchten. Ich stelle mir oft die Frage: Wenn ich eine Verstorbene wäre und nun eine Stunde Zeit habe, um einmalig zu einem geliebten Menschen zu sprechen, was würde ich sagen – und wie würde ich mir den Rahmen des Kontakts wünschen? Ich denke, dass in einem freien Kontakt die größte Bedeutung entstehen kann.
Jeder Jenseitskontakt ist dabei individuell und läuft auf seine ganz eigene Art, Dichte und Geschwindigkeit ab. Manche Verstorbene erzählen ausschweifend und mit großer Freude, bringen ihren ganzen Humor in den Kontakt ein. Andere sind ruhiger, konzentrierter, fokussiert auf das Wesentliche. Manche Verstorbene fassen den Mut, sich ihrer Scham zu stellen – damit eine Entschuldigung möglich wird. Ich als Medium übersetze – aber den Raum überlasse ich ihnen.
Die Botschaften Ihrer Verstorbenen
Dieser Teil ist der emotionale Kern eines Jenseitskontakts.
Warum ist jemand hier? Was wollte er oder sie Ihnen schon lange sagen? Manchmal sind es Worte der Anerkennung oder der Liebe, die zu Lebzeiten nie ausgesprochen wurden. Manchmal Lebensratschläge, die aus dem Rückblick auf ein ganzes Leben kommen. Manchmal eine aufrichtige Entschuldigung, die Jahrzehnte gewartet hat. Oft zeigen die Verstorbenen auch anhand von konkreten Situationen aus dem Leben meiner Klienten, dass sie sie eng und mit schützendem Blick begleiten und geben konkrete Hinweise und Hilfestellungen für aktuelle Herausforderungen.
Auch, wenn der Inhalt so unterschiedlich ist – immer sind es Botschaften aus Liebe.
Ihre Fragen an die verstorbene Person
Zu Ende des Kontakts haben Sie die Möglichkeit, der verstorbenen Person Fragen zu stellen. Manchmal antworten Verstorbene sehr konkret, manchmal in symbolischen Bildern oder Eindrücken, die sich erst nach und nach erschließen. Jede verstorbene Person hat ihren ganz eigenen Weg.